In diesem Text, der sich sehr lohnt zu lesen, erläutere ich, warum positives Denken bei vielen nicht funktioniert, Krisen auslöst und für noch mehr Frust sorgt. Aber vor allem, was stattdessen hilft:

Vielerorts wird vom “positiven Denken” gesprochen.

Mir ist es ganz wichtig so vielen Menschen wie möglich die Gefahren dahinter zu erklären.
Denn nur wenn wir uns selbst und die Zusammenhänge in der Tiefe verstehen, können wir unserem Leben eine andere Richtung geben.

Vor allem dann, wenn es nicht klappt: das mit dem positiven Denken, obgleich man doch „alles tut“.

Doch was genau bedeutet das: positiv Denken?

Und warum bewirkt es bei dem einen einen inneren Wutausbruch und beim anderen zu einem Gefühl des: „himmelhochjauchzen“?

Das positive Denken hat bei manch einem ganz schön für Verwirrung gesorgt.

Die große Gefahr dabei ist nämlich, dass man auf die Idee kommen könnte, seine wahren Gefühle zu zeigen, wäre falsch.

Vielleicht kennst du das, sobald du vom positiven Denken hörst und vor allem den versprochenen oder überlieferten positiven Folgen, denkst du insgeheim: „ Wie toll! Positives Denken sorgt offenbar für positive Gefühle- davon brauche ich jede Menge- außerdem sorgt es offenbar dafür, dass ich dadurch auch endlich positives in mein Leben „ziehe“, auch davon brauche ich reichlich!“

Also hängt man überall Kleine Zettelchen mit tollen Sprüchen auf, tut und macht, ALLES, damit die positiven Berichte auch endlich mal das eigene Leben betreffen und stellt womöglich fest- vor allem beim Scrollen durch Social Media Portale: „scheint für alle zu klappen- außer für mich- ich mach es offenbar nicht richtig.“

Und genau an diesem Punkt wird es sehr kritisch.

Denn die Story von: “Ich mach es offenbar nicht richtig.“ kommt vielen von uns vermutlich ganz bekannt vor.

➡️ Aus der eigenen Kindheit

➡️ Aus dem Schul oder Berufsleben

➡️ Aus früheren Partnerschaften

Und genau an diesem Punkt löst das so hoch gepriesene Positive Denken alle alten und unterdrückten Gefühle und Traumata aus, die seit vielen Jahren im Unterbewusstsein schlummern und nun ihr Unwesen an der Oberfläche treiben.

Genau deshalb passiert es so vielen, dass sie sagen: „Erst seit ich mich mit positivem Denken befasse, geht es mir richtig schlecht“

Eine Sinnes und Seinskrise kann die Folge sein.

Wir fallen in ein tiefes Loch und erleben ein erneutes Trauma: Bei allen anderen klappt es, außer bei mir- eh klar- erneut die Bestätigung eines tief liegenden Glaubenssatzes und Musters – scheint sich ja doch zu bewahrheiten.

Oder wir Verfallen in ein anderes , gesellschaftlich anerkanntes Muster und beginnen damit: „alles zu geben- vor allem unser Bestes!“

Das Beste zu geben, wird gelobt und belohnt.
Immerhin kann man dann sagen: ich habe doch alles getan! Andere klopfen uns Zustimmend auf die Schulter und sagen: „Ja, du gibst wirklich dein Bestes“. Wenn es nicht klappt, musst du noch härter an Dir arbeiten. Sieh dir nur die erfolgreichen Leute an, ahme sie nach, umgib dich mit Ihnen und du wirst einer von ihnen.“

Ja, einer von ihnen – aber nicht du selbst…

Diese Denkweise wiederum führt zu Verdrängung und Unterdrückung, was nie positive Folgen haben kann und deshalb schon mal nicht sinnvoll ist.

➡️ Die Kontrolle oder Unterdrückung der ureigenen Gefühle hat dieselbe Konsequenz, als wenn wir Öl auf Wasser Gießen. In diesem Fall ist positive Denken ist wie Öl.

Es schwimmt auf dem Wasser, doch es erstickt alles Lebendige, das es berührt.

Deshalb ist für viele Menschen „positives Denken“ nach dem ersten Kick, wie Gift. Sie fühlen sich immer schlechter, wie versager und isolieren sich immer mehr von allem und jedem.

➡️ Wann immer wir emotional stark auf etwas in unserem Leben reagieren, steckt etwas dahinter, das man auf keinen Fall mit “positiven Denken” übergehen sollte.

Aber was hilft denn nun wirklich? Und was steckt dahinter?

➡️ Das beste ist, zu lernen, wahrzunehmen, welches Gefühl man eigentlich fühlt.

➡️ Die Frage:
Wer in mir fühlt sich gerade zB. Wütend oder traurig, führt uns meist zu einer Person in uns, die viele Jahre zuvor, meist in der Kindheit oder im frühen Erwachsenen Alter, , Ähnliches erlebt, aber verdrängt hat.

Gab es Eltern, die mir nicht geben konnten, was ich wirklich brauchte?

Gab es Menschen, die mir das Gefühl gaben, weniger wertvoll oder unerwünscht zu sein?

Musste ich, um geliebt zu werden, ein anderer Mensch sein, mich überanpassen oder zu viel Verantwortung übernehmen?

Gibt es ein inneres Kind in mir, das womöglich (unbewusst!) sagt:

➡️ um Papa/ Mama nah sein zu können, muss ich werden wie sie.
Ich muss entweder genauso laut und unangenehm sein, oder genauso angepasst und Verantwortungsvoll.

➡️ innere Kinder passen sich demjenigen an, von dem sie am meisten Liebe wollen.

Selbst wenn wir sagen:
Ich will nie so sein, wie mein Vater/Meine Mutter!

Und damit beginnen, ALLES zu tun- vor allem durch positives Denken, um ANDERS zu sein, entdecken wir in emotional stressigen Situationen, dass wir genauso reagieren, wie die Eltern damals.

Wie frustrierend!

Die Folge ist: wir erleben noch mehr Schuldgefühle und noch mehr Kampf entsteht in uns „gegen“ das, was wir so sehr missachten und nie wieder sein wollen.

Bemerkst du den Teufelskreis?

Und dann sind wir –
So schnell können wir gar nicht schauen- inmitten einer Identitätskrise.

Der innere Kriegsschauplatz steht in Flammen- die Granaten gegen uns selbst und unser Umfeld sind scharf-

Ausgelöst durch unbegleitetes „positiv denken“ Training.

Wow. Was für eine Erkenntnis.
Deshalb geht es so vielen nach Motivationsseminaren so schlecht

Wenn wir unserem Leben eine nachhaltig andere Bedeutung geben wollen, dann müssen wir tiefer arbeiten, als die Oberfläche uns bietet. Alles andere ist einfach zu gefährlich und fahrlässig.
Positives Denken kann hier eine sinnvolle Ergänzung sein. Aber nicht die Quelle der Lösung.

Denn nur, wenn wir diesem inneren völlig verdrängten, niemals betrachteten Anteil z.B des Kindes oder der jungen Erwachsenen in uns einen liebevollen Raum geben, in dem es genauso sein darf, wie es ist, kann es sich beruhigen, Heilung finden und den Weg des Positiven Lebens mit uns gehen.

➡️ jemand der verwundet ist, braucht erstmal Pflege, ehe er den nächsten Berg besteigen kann.

Wenn wir den Verwundeten in uns, anreiben, ohne Heilungsphase auf den Berg zu steigen, wird er sich an uns dran hängen müssen und die Gefahr besteht, dass beide ins Tal stürzen, ohne je anzukommen!

Macht das Sinn?

➡️ erst die inneren Verwundeten kurieren, dann erst können wir die erwünschten Gipfel erklimmen!

Beispiel aus der Praxis:

Stell dir vor, ein Anteil in dir ist wütend, weil er bereits als Kind immer zurückstecken musste.

Jetzt, 30 Jahre später, wird er mit einer Kündigung konfrontiert, weil andere den Vorzug bekamen.

Was passiert wenn man diesem Menschen erzählt: „Denk positiv! Gib dein bestes und du findest etwas Neues“!

Dieser Mensch wird dazu nicht in der Lage sein. Weil sein Stammhirn, indem alte Erinnerungen sitzen sagt: „ schon wieder werde ich nicht gesehen. Wieder bekommt ein anderer den Vortritt und ich soll mir einfach etwas Neues suchen und positiv denken? Pah!“

Du solltest dann schnell in Deckung gehen, kann nämlich passieren dass er auf dich los geht…
Er schäumt nämlich vor Wut.

Neuer Wut, aber vor allem alter und unterdrückter Wut.
Wut, die er schon so lange mit sich herum trägt.

Oder die Person wird depressiv, weil unter der Wut immer auch sehr viel Traurigkeit liegt, die sie nicht ausleben konnte- dann wird von Burn out gesprochen.

„Immer gebe ich alles, Tue, mache, nie bekomme ich einen Lohn dafür!“

Bueb out ist im Grunde nichts anderes als das Erleben von: Nie werde ich gesehen! Deshalb gebe ich alles, auch mein Selbst auf, damit mich mal jemand sieht!“ passiert das nicht, sind wir ausgebrannt.

Was passiert, wenn man diesen Schmerz, Mängel, diese Wut und Traurigkeit über Jahre unterdrückt?

Dasselbe das mit einem Kind passiert welches ins Zimmer eingesperrt wird… Über eine lange Zeit…

Entweder es rebelliert, oder es zieht sich zurück.

Befreien kannst du es nur, wenn du dich ihm bewusst zuwendest. Dir Zeit nimmst.

Herausfindest was es wirklich fühlt.

Was es wirklich will!

➡️ Keinesfalls jedoch, indem du dessen Zimmer mit klugen und positiven Sprüchen beklebst!

Es kann nur dann Vertrauen und Sicherheit erlernen wenn du dich ihm liebevoll zuwendest, seine Bedürfnisse feinfühlig erkennst und auf es eingehst.

Dazu gehört  auch, zu lernen seine Gefühle klar und liebevoll auszudrücken ohne sich selbst oder andere zu verletzen.

Genau deshalb halte ich von oberflächlichen positiv Denken Motivationen so wenig, dass ich es für viele Menschen sogar als gefährlich bezeichne.

Verstehst du die Zusammenhänge?

Diese „Seelen Push Methode“ geht am Kern vorbei und kann somit destruktive Verhaltensweisen nur noch verstärken.

Lösung:

Such Dir jemanden, der kompetent und vom Fach ist, der dich „Nach- Beeltert“, der deinem Inneren Kind das Gefühl gibt:

➡️ ich sehe dich

➡️ ich liebe dich

➡️ ich nehme dich wahr

➡️ bei mir darfst du sein

Solange bis du selbst zu dem Menschen werden kannst, der Dir dieses Gefühl selbst bist. denn auch der Rat: Liebe dich selbst. Kann verheerende Auswirkungen haben. Dazu sind wir erst in der Lage, nachdem traumatisierte oder sich stark isolierende Anteile in uns eine kompetente „Nach- Beelterung“ erfahren haben!

Nur so müssen wir nicht mehr aneinander oder an uns selbst ziehen.
Viele, gerade Menschen, die schweres erlebt haben, denken dann oft: Hilfe holen, bringt nichts. Ich mach es mit mir selbst aus“.

Diese Denkweise basiert auf der schmerzhaften Erfahrung: es gibt niemanden der mir weiter hilft.“ diese können wir nur durchbrechen, indem wir aktiv und bewusst, auf jemanden zugehen, der Ahnung, Ausbildung und ausreichende Kompetenz hat. Das lohnt sich enorm!

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